Gärten & Parks in Deutschland - Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau - Villa Jähn
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Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau

Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau

Wer „Fürst Pückler“ hört, dem kommt wahrscheinlich als Erstes das Bild einer Eisspezialität in den Sinn. Ein Schlosskoch der Pücklers hatte 1839 die dreigestreifte Eis-Kreation „Fürst-Pückler-Eis“ nach seinem Arbeitgeber benannt. Nichts gegen lecker Eis, aber die Bedeutung des namensgebenden Fürsten beschränkt sich bei weitem nicht darauf, kulinarischer Namenspate gewesen zu sein.

Hermann Graf (ab 1822: Fürst) von Pückler-Muskau (1785 – 1871) zählte zu den interessantesten Persönlichkeiten seiner Zeit. Er war ein Macho und ein Exzentriker, Großgrundbesitzer, Offizier und umtriebiger Reiseschriftseller. Vor allem war er aber einer der leidenschaftlichsten Landschaftsarchitekten des 19. Jahrhunderts.

Dem in der Oberlausitz auf Schloss Muskau geborenen Hermann von Pückler-Muskau hat die Welt einen der schönsten Landschaftsparks Mitteleuropas zu verdanken. 35 km südöstlich von Cottbus erstreckt sich beiderseits der Lausitzer Neiße der Fürst-Pückler-Park Bad Muskau (Park Mużakowski). Einer der Besonderheiten dieses grünen Juwels ist seine Doppelstaatlichkeit. Der sich über acht Quadratkilometer ausdehnende Landschaftspark erstreckt sich nämlich sowohl auf deutschem wie auf polnischem Staatsgebiet. Zu Pücklers Zeiten gehörte das Gelände zuerst zum Königreich Sachsen, ab 1815 zu Preußen.

Hermann von Pückler-Muskau interessierte sich brennend für Gartenbau.
Besonders angetan hatte es ihn das als Gegenentwurf zu den streng formalistischen Barockgärten entstandene Konzept der Englischen Landschaftsgärten. Anders als bei den absolutistischen Herrschaftsanspruch auch über die Natur ausdrückenden Barockgärten (z. B. Park Sanssouci in Potsdam) galt bei den um 1800 neuartigen englischen Parks das Prinzip der „unauffällig gebändigten Natur“. Vorhandene Landschaftsmerkmale sollten dabei u. a. durch Pflanzungen, dem Aufschütten von Hügeln und durch sich harmonisch ins Landschaftsbild einfügende Bauten zu einem Gesamtkunstwerk ergänzt werden. Wer durch diese einem Landschaftsgemälde entsprechenden Parks spazierte, sollte durch ständig wechselnde Perspektiven begeistert werden.

Dieses Ideal wollte Pückler auf eigenem Grund verwirklichen. 1817 begann Pückler aufwändige Erdbewegungen auf einem zunächst 250 Hektar großen Areal rund um Schloss Muskau. Er ließ Unmengen von Mutterboden auf die karge Erde der Oberlausitz setzen. Lange Baumreihen sollten als „Blickachsen“ auf visuelle Höhepunkte im Park wie Seen oder Gebäude hinweisen. Der Parkomane Pückler war nicht bereit, Jahrzehnte zu warten, bis Jungbäume herangewachsen wären. So ließ er mit eigens konstruierten „Baummaschinen“ ausgewachsene Bäume heranschaffen und einpflanzen. Pückler zweigte mit der Hermannsneiße einen eigenen Kanal von der Lausitzer Neiße ab, der dann ab 1819 einen nach Pücklers Gattin Lucie von Hardenberg benannten Parksee speiste. Sogar ein ganzes Dorf wurde wegen der Park-Pläne von der rechten auf die linke Neiße-Seite umgesiedelt. Ab 1822 sorgten die zunächst hölzernen Neubauten der Englischen Brücke und der Doppelbrücke für eine fußläufige Verbindung zwischen den Parkteilen beiderseits der Neiße.

Zentrales Moment des Pückler-Parks wurde die Schlossanlage mit dem im Neo-Renaissance-Stil errichteten Neuen Schloss, dem „Altes Schloss“ genannten Torhaus, der Orangerie und weiteren Bauten. Bei der Gestaltung der unmittelbaren Umgebung der Schlossanlage entschied sich Pückler für das Prinzip „Pleasureground“. Nach diesem für englische Landschaftsgärten typischen Prinzip bilden im gebäudenahen Bereich künstlerische Beetkonstruktionen den „kulturellen“ Übergang zu den sich danach anschließenden „natürlichen“ Außenbereichen des damals wie heute der Öffentlichkeit kostenlos zugänglichen Parks.

Seine Vorstellung von Park-Gestaltung beschrieb Pückler im 1834 veröffentlichten, immer noch aktuellem Standardwerk „Andeutungen über Landschaftsgärtnerei verbunden mit der Beschreibung ihrer praktischen Anwendung in Muskau“.

Die Parkleidenschaft hatte ruinöse Folgen für Pückler. 1845 musste er den Park verkaufen. Zum Glück teilten die adligen Nachbesitzer die Leidenschaft des Fürsten. Der Park wurde nach und nach vergrößert. Der bis zur Enteignung 1945 im Besitz der Grafenfamilie von Arnim befindliche Park wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Auf DDR-Seite wurde der Park bis 1985 rekonstruiert, auf polnischer Seite überließ man ihn hingegen zumeist der Natur oder der Forstwirtschaft. Noch vor der Wende kam es dann 1988 zur deutsch-polnischen Vereinbarung, den Park als bi-nationales Gesamtkunstwerk wiederherzustellen.

Die darauf folgenden Bemühungen haben den heute in Besitz des Freistaats Sachsen beziehungsweise der Polnischen Republik stehenden Muskauer Park zu einem Vorzeigeobjekt gelungenen Denkmal- und Naturschutzes sowie zum Touristenmagnet für Bad Muskau und die polnischen Nachbarstadt Łęknica werden lassen. 2004 wurde der Fürst-Pückler-Park in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.

Der Park mit seinen Bereichen Schlosspark, Badepark, Bergpark und dem etwa 550 ha großen Östlichen Parkteil hat mit seiner Weitläufigkeit und seiner zeitlosen Landschaftskunst viel zu bieten. Zur Attraktivität tragen auch regelmäßig Veranstaltungen und Ausstellungen bei. Zudem laden Cafés, ein Restaurant sowie Galerie und Töpferei zum Besuch ein. Der Panorama-Blick vom Schlossturm und Führungen gehören ebenfalls zum Parkangebot.

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