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Barocke Gartenkunst aus den Niederlanden: Schlosspark Oranienbaum im Gartenreich Wörlitz

Barocke Gartenkunst aus den Niederlanden: Schlosspark Oranienbaum im Gartenreich Wörlitz

Mächtige Palmwedel überragen den Aufgang zum eindrucksvollen Schloss Oranienbaum. Mediterrane Zitrusfrüchte reifen in Europas längster Orangerie unter schützendem Glas. Schloss Oranienbaum, die einstige Sommerresidenz der niederländischen Fürstin Henriette Catharina, ist umgeben von Deutschlands einzigem englisch-chinesischen Landschaftsgarten.

Der Urenkel der Fürstin gab dem einst barocken Schlossgarten sein heutiges Aussehen. Besucher erkunden zwischen chinesischer Pagode und Orangerie ein idyllisches Inselreich, in dem Zitronenbäume gedeihen und die Gartenkunst des 17. und 18. Jahrhunderts ineinanderfließen.


Niederländische Heimatgefühle in der Ferne: Eine Fürstin errichtet Stadt, Schloss und Garten

Ende des 17. Jahrhunderts brachte die Ehefrau des Fürsten Johann Georg II. von Anhalt-Dessau ihre niederländische Heimat ins heutige Gartenreich Wörlitz. Die Fürstin stammte aus dem Hause Oranien-Nassau und verwirklichte im einst verschlafenen Dörfchen Nischwitz ihren Traum von einer barocken Sommerresidenz. Schloss und Stadt sowie der Garten wurden als barockes Gesamtkunstwerk geplant und umgesetzt. Der niederländische Baumeister Cornelis Ryckwaert gestaltete Bauwerke, die den Betrachter unversehens ins holländische Königreich zu versetzen scheinen. Im TabakCollegium erinnert die Ausstellung an die eigens von der Fürstin initiierte Tabakproduktion rund um Oranienbau, auch ein Glashaus und eine eigene Brauerei richtete die geschäftstüchtige Herrin des Hauses ein. Im 18. Jahrhundert ruhte das Schloss zunächst in einem Dornröschenschlaf, bevor der Urenkel Fürstin Catharinas es für sich entdeckte. Gemäß den Trends seiner Zeit ließ er den barocken Garten umgestalten: Englische Landschaftsgärten und chinesische Einflüsse waren der letzte Schrei. Das barocke Inselreich bekam eine fünfstöckige Pagode, kunstvoll verzierte Bogenbrücken und eine Orangerie, in der wertvolle Zitrusfrüchte heranreiften.


Niederländischer Barock trifft chinesische und englische Einflüsse: die Gartenkunst im Schlosspark Oranienbaum

Die streng geometrischen Formen der barocken Gartenarchitektur sind in der Gartenanlage rund um Oranienbaum auch heute noch gut zu sehen. Rund 28 Hektar umfasst das Gelände, auf dem sich die Fürstin ihre Heimat ins Fürstentum Anhalt holte. Eine Gräfte nach niederländischem Vorbild umgibt das idyllische Reich. Der Wassergraben trennt innere und äußere, streng geometrische Bereiche eines künstlichen Inselreiches voneinander ab. Anstelle der eher kargen Rasenflächen und exakt geschnittenen Formen des vorherrschenden französischen Barock setzte die niederländische Version auf opulente Blumenrabatten in prächtigen Farben. Aus ihrem weitreichenden Handelsnetz bezogen die Niederländer schon früh exotische Gewächse aus aller Herren Länder, die in ihren Gärten kunstvoll zur Geltung kamen.
Die formale Strenge barocker Gärten wurde europaweit abgelöst vom Ideal des englischen Landschaftsgartens, der nach dem Vorbild natürlicher Landschaften gestaltet wurde. Auch das Reich der Fürstin erfuhr diesen Trend unter einem fürstlichen Nachfahren. Urenkel Franz stützte sich bei seiner Umgestaltung auf Entwürfe des englischen Architekten Sir William Chambers. Nun hielten die Ideale des englischen Landschaftsgartens Einzug, vermischt mit Einflüssen der chinesischen Gestaltung. Interpretationen chinesischer Tempelanlagen, exotische Pflanzen und Bäume bereicherten zu jener Zeit zunehmend die Pläne der Gartenarchitekten. Bogenbrücken über schmalen Wassergräben, eine Pagode, die per Ruderboot angefahren werden konnte, mächtige Findlinge zwischen sanften grünen Hügeln zeigte die neu interpretierte Parklandschaft Oranienbaums ab 1793. Die Kombination aus asiatischen Elementen und dem englischen Landschaftsgarten ist heute einmalig in den Gärten und Parks des Kontinents.


Einzigartiges Erbe der europäischen Gartenarchitektur: der Schlossgarten Oranienbaum heute

In neuerer Zeit versank das fürstliche Schloss erneut im Winterschlaf: Zu DDR-Zeiten wurde es als Staatsarchiv genutzt, Garten und Bausubstanz litten unter mangelnder Instandhaltung. Inzwischen erstrahlen Schloss und Park teilweise wieder in altem Glanz, nicht zuletzt dank der Verbindungen zum niederländischen Königshaus, die bis heute liebevoll gepflegt werden. Schirmherrin der laufenden Renovierungsarbeiten ist die einstige niederländische Königin Beatrix. Schloss und Park Oranienbaum sind Teil des UNESCO-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz und damit einer der Touristenmagneten der Region. Das Schloss wird fortwährend saniert, Führungen zeigen den Besuchern den prächtigen Ledertapetensaal, die traditionelle Delfter Keramik im Sommerspeisesaal oder das TabakCollegium. Der Park ist ganzjährig frei zugänglich: Hier wachsen im Sommer zahlreiche Zitronenbäume, die an die Fürstin Catharina erinnern. In der kalten Jahreszeit finden die mediterranen Gewächse Schutz in der Orangerie, wo sie seit der Errichtung dieses Gebäudes 1811 durchgehend überwintern.

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