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Bauerngärten: vom verträumten Idyll zum modernen Erholungsort

Bauerngärten: vom verträumten Idyll zum modernen Erholungsort

Noch gegen Ende des 19. Jahrhunderts meinte "Bauerngarten" von Landwirten geschaffene und genutzte Gärten. Hier dominierten Nutzpflanzen und Tiere ästhetische Motive, wohingegen Künstler den Bauerngarten zur wilden Idylle überhöhten.

Klare Abgrenzungen zu anderen Gartenarten fehlen hingegen völlig für diese ursprüngliche Form des Bauerngartens. Ab dem 20. Jahrhundert verfestigte sich dann ein schärferer Begriff dieser Gartenform, speziell in der Literatur. Heute finden sich viele Elemente von Bauerngärten in privaten und öffentlichen Gärten.


Als heutiger Gartentyp lässt sich der Bauerngarten gelegentlich antreffen. Diese moderne Urform entstand in der zweiten Dekade des 20. Jahrhunderts als Hamburgs Botanischer Garten. Dort umfasste ein recht kompakter Raum viele Pflanzen, geordnet nach biologischen wie ästhetischen Kategorien. Vorwiegend Kräuter und Gemüse belegen rechteckige, speziell quadratische Flächen mit trennenden Wegen. Einfassende Hecken sowie Mauern und Zäune verkapseln ein derartiges Areal zum heutigen Bauerngarten. Oft frieden Buchsbaumhecken einzelne Beete bzw. den ganzen Garten ein.

Zwischen den Einzelflächen kreuzen sich die trennenden Pfade oft an einem dekorativen Rondell, gerne um eine kleine Wassermenge ergänzt. Alternativ durchbricht ein zierlicher Baum oder rundliches Blumenbeet die rechtwinklige Anmutung des Gartens. Insgesamt bleibt die klare und simple Geometrie der Anlage jedoch stets gewahrt.

Diese einfache Hamburger Grundform aus dem 20. Jahrhundert besaß keine ursprünglichen Vorbilder: Bis etwa 1900 scheinen jene Gärten nicht existiert zu haben. Insbesondere fußt dieser moderne Bauerngarten also nicht auf einer Tradition, wenngleich viele Beschreibungen dies behaupten. Vielmehr wählten die Schöpfer des zeitgenössischen Prototyps dessen Elemente ganz nach Belieben aus der gesamten Gartenkultur zweier Jahrtausende: altgermanische Zäune, römische Obstbäume und gelegentlich Rosen, den Namen der alten Bauerngärten, mittelalterliche Heilkräuter der Mönche am Kreuzsymbol aus sich schneidenden Gartenwegen sowie Buchsbäume des Adels.

Gegenwärtige Bauerngärten kopieren oder entwickeln die Hamburger Urform und setzen damit jene hanseatische Tradition fort. Dieses zähe Festhalten an Etabliertem spiegelt übrigens typisch bäuerliches Verhalten.


Ausblick

Die mönchischen Elemente geben Bauerngärten ihre pädagogische Bedeutung: Vermittlung von Wissen über Pflanzen. Entsprechend hohe Kenntnis verlangen diese Gärten für ihr Anlegen, Hegen und Erweitern. Deswegen zogen moderne Bauerngärten erst allmählich in den Privatbereich ein. Dann erschienen etliche Veröffentlichungen mit mehrfarbigen Bildern zu ansprechenden Gartenvarianten. So fanden in den 80ern des 20. Jahrhunderts Bauerngärten und ähnliche Formen steigende Beachtung in Kleingärten. Hierbei halfen geschichtsträchtige wie moderne Schulgärten sowie museale Außenanlagen als auch touristische Entwicklungen auf dem Land.

Schließlich entstand der aktuelle Bauerngarten zur Erholung und Inspiration mit romantischem Rosenbogen und lehrreicher Spiralbepflanzung mit Kräutern. Damit mischen diese üppigen Anlagen nützliche wie dekorative Elemente vielseitig.

Kommentare

  1. Susanne Borkam Susanne Borkam

    Blumen sind die schönsten Worte und Hieroglyphen der Natur, mit denen sie uns andeutet, wie lieb sie uns hat.

    (Johann Wolfgang von Goethe)

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