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Die Brennnessel – tatsächlich nur ein „Unkraut“?

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Die Brennnessel – tatsächlich nur ein „Unkraut“?

Nehmen wir an, wir könnten es Dr. Dolittle gleichtun und mit den Tieren sprechen. Würden wir dann einem Schmetterling erzählen, dass wir die Brennnessel für ein Unkraut halten, würde dieser empört davonfliegen. Und das hat seinen guten Grund …

Die Brennnessel – das verkannte Gartentalent


Würde man unser Elternhaus inklusive früherer Kinderstube einfach abreißen, käme bestimmt keine Freude auf. So geht es auch dem Schmetterling, der sich als kleine Raupe an den leckeren Blättern der Brennnessel labte. Über 100 Tierarten leben von und mit der Brennnessel und erhöhen das biologische Gleichgewicht im Garten, da sie z. B. Vögeln als Nahrung dienen. Doch wer glaubt, dass die Brennnessel nur für Tiere ein Leckerbissen ist, täuscht sich gewaltig. Die jungen Blätter der „Urtica dioica“, wie die große Brennnessel mit botanischem Namen heißt, eignen sich wunderbar für leckere Salate. In Gesellschaft mit z. B. Linsen, Zwiebeln und Knoblauch entsteht eine köstliche Suppe. Und der Pfannkuchenteig erfindet sich mit „Brennnesselblättern im Teigmantel“ neu. Dazu die Blätter in einen Teig aus Mehl, Wasser und einer Prise Salz geben und in Öl ausbacken. Selbst die Samen der weiblichen Pflanze werden auf einem Toastbrot oder als Verfeinerung im Salat zum Genuss. Die Pflanze verfügt aber noch über weitere positive Eigenschaften.

Im Frühling durchstarten – mit Brennnessel-Power


Ja, ja, die Frühjahrsmüdigkeit. Ein Überbleibsel aus der Zeit, als sich die Menschen im Winter in die Höhle zurückzogen und dort auf „Sparflamme“ schalteten. Der Körper schüttet bis heute im Winter vermehrt Melatonin aus. Gewinnt die Sonne an Strahlkraft, kommt das Serotonin zum Zug. Doch der Körper benötigt im Frühjahr Zeit zur Umstellung. Die Brennnessel wirkt mit ihren stoffwechselanregenden Inhaltsstoffen wahre aufhellende Stimmungswunder. Zudem wirkt die Pflanze blutreinigend, blutbildend sowie harntreibend. Letzteres erweist sich gerade für Frauen, die häufiger als Männer an einer Blasenentzündung leiden, als sehr vorteilhaft. Denn nach dem Genuss von Brennnesseltee werden die Erreger, bevor die Entzündung voll ausbricht, regelrecht „ausgeschwemmt“.

Der richtige Umgang mit der Brennnessel


Während Ihre Majestät, die Rose, mit ihren Dornen sehr schmerzhafte Verletzungen herbeiführen kann, entschädigt sie mit den schönen Blüten und dem oftmals betörenden Duft um ein Vielfaches. Der Brennnessel fehlen diese Attribute. Dafür kennt jeder die juckenden „Quaddeln“ nur zu gut, die beim Hautkontakt mit den Härchen der Brennnesselblätter entstehen. Beim Pflücken deshalb besser Handschuhe tragen. Im Übrigen sind die Blätter nach dem Kochen harmlos. Für Salate empfiehlt es sich indessen, die frischen Blätter in ein Küchentuch zu wickeln und dann beides ordentlich auszuwringen – dadurch brechen die Härchen ab. Wer auch im Winter auf Brennnesseln nicht verzichten will, schneidet die kompletten Pflanzen ab und lässt sie kopfüber im Halbschatten bündelweise trocknen. Die getrockneten Blätter lassen sich gut in Stoffsäckchen aufbewahren.

Die Brennnessel für den Garten


Die Brennnessel ist AUS dem Garten und FÜR den Garten gut. Wer einen natürlichen Dünger herstellen will, setzt einfach eine Brennnessel-Jauche an: Ca. 1 kg. Brennnesseln mit 20 Liter Wasser übergießen und zwei Wochen gären lassen. Die Jauche dann eins zu zehn mit Wasser verdünnen und gießen. Auch dem Kompost macht die Brennnessel Beine, da sie als „Kompost-Starthilfe“ fungiert. Und als Mulch auf Beete aufgebracht und mit dünner Grasschicht überdeckt, entsteht wertvoller Humus. Auch ein Nachteil der ansonsten nützlichen Pflanze soll nicht verschwiegen werden. Lässt man die Brennnessel gewähren, vermehrt sie sich rasant. Dem lässt sich jedoch mit einem Löwenzahnausstecher zuvorkommen, da sich so die Pflanze komplett mit der Wurzel entfernen lässt.

Fazit:
Der Rose will die Brennnessel den Rang bestimmt nicht streitig machen, aber es wäre schön, wenn ihr Image steigen und sie nicht komplett der Sense zum Opfer fallen würde. Da freut sich auch der Schmetterling.

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